Ein beeindruckender Film ber die Jazz-Legende Chet Baker
von Oliver Wieters
Chet Baker selbst hat zeit seines Lebens dazu beigetragen, da Wirklichkeit und Erfindung in seinem Leben schwer auseinanderzuhalten waren und sind. Bruce Weber, der bekannte Fotograf und Filmemacher, trgt mit seinem Spielfilm um die Gestalt Chet Bakers wenig zur Unterscheidung von Wirklichkeit und Fiktion bei. Im Gegenteil: Der Jazzer wird vollends in den Mythos entrckt, sein Leben wird verklrt, selbst das Schauerliche ist darin wunderlich aufgehoben. Weber hat allerdings auch keinen Dokumentarfilm drehen wollen. Vielmehr gleicht sein zwei Stunden langer Film einem wohlgehegten Fotoalbum. Diese beeindruckende Schwarzwei-Arbeit ist eine offene Liebeserklrung an einen Mann, der in jungen Jahren mit James Dean verglichen wurde und nach einer humorvollen Aussage Herbie Hancocks eine sehr wichtige Rolle im Liebesleben vieler Leute gespielt habe.
Bruce Weber war mit Baker auf dessen letzte groe Reise von coast to coast gegangen, hatte Pltze und Menschen aufgesucht, die mit dem Leben des Musikers in enger Verbindung standen. Der Film schildert mit Hilfe der unterschiedlichsten Dokumente Aufstieg und Zerfall eines Musikers, der selbst seinen Angehrigen ein Fremder geblieben ist. ber den Menschen Chet Baker erfahren wir auch in diesem Spielfilm recht wenig; um so nher man an ihn herankommt, um so strker scheint er an fester Kontur zu verlieren. Aber der Zuschauer kann atemlos erleben, welche fruchtbare und auch zerstrerische Spannung zwischen diesem Menschen und seinem Umfeld, auf das er einwirkte, bestand. Die Wirkung einer wirklichen Legende.
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