Jeder Fnfte wrde sich einen Chip ins Gehirn einpflanzen lassen
Von Oliver Wieters
Welche ngste und Sehnschte verbinden die Deutschen mit den wachsenden wissenschaftlichen und medizinischen Zugriffsmglichkeiten auf den menschlichen Krper? Diese Frage steht erstmals im Mittelpunkt einer spektakulren Umfrage, die der Deutsche Studienpreis der Krber-Stiftung vom Institut fr Demoskopie Allensbach durchfhren lie. Die Ergebnisse zum Thema Transplantation wurden jetzt der ffentlichkeit vorgelegt.
Die Studie frdert erstaunliches zutage: Zwar kritisiert eine Mehrheit der Deutschen, da sich der Mensch zum Herrn ber sich selbst machen will, besttigt aber gleichzeitig das Vorhandensein eines Krperkults. Vor diesem Hintergrund befrwortet jeder Fnfte die Implantation eines Chips, wenn sich dadurch die Gehirnleistung verbessern liee. Jeder Zehnte begrte sogar die mgliche Verpflanzung von Gehirnen, bei den 16- bis 29-Jhrigen ist es sogar jeder Fnfte. Hingegen wrde "nur" jeder 25. Seinen Schdel auf einen anderen Krper setzen lassen.
Der Krper des Menschen nie war er so antastbar wie heute. Fr ein lngeres oder gesnderes Leben sind 58 Prozent der Deutschen bereit, mit einem menschlichen Spenderorgan zu leben. Ein Affen- oder Schweineherz, oder ein Organ, das aus Embryozellen gewonnen wird, knnten bislang nur zehn Prozent akzeptieren. Auffllig ist, da "im Allgemeinen die Zustimmung zu Eingriffen bei Menschen mit hherer Schulbildung wchst", so die Studie. Diese Gruppe ist davon berzeugt, da der Krper "nicht mehr lnger blo die uns allen unverfgbare Gestalt ist, in der wir durchs Leben gehen", sondern zu einem Mittel gesellschaftlicher Unterscheidung geworden sei: "Grob vereinfacht gesagt: Wer dick ist, verrt einen solchen Mangel an Selbstdisziplin, da er fr eine Fhrungsposition kaum noch in Betracht kommt", fat Simon Golin, Geschftsfhrer des Studienpreises, zusammen. Hinter den Fragen nach Krperumbau und -verbesserung steckten nicht nur die Probleme von morgen, sondern schon von heute. Vieles spreche dafr, "da unser Krperverstndnis vor einem fundamentalen Wandel steht".
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