Helmut Schmidt als Kind (l.) im Jahr 1924 mit seinen Eltern und seinem Bruder Wolfgang (r.)

Helmut Schmidt und Cato Bontjes van Beck

Ein Artikel von Helmut Schmidt aus dem Jahre 2003, in dem er an eine alte Freundin erinnert: Die junge Bremer Künstlerin und Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beck, die 1943 hingerichtet wurde.

Schmidt erinnert sich auch an „ihre Mutter Olga. In deren gastfreundlichem kleinen Haus atmete man die Luft der Musik, der Malerei, der Keramik. Es gab bisweilen zugleich andere Besucher, die der Kunst zugetan waren, darunter keine Nazis, wohl aber Menschen von innerer Freiheit. Für mich sind im Kriege und in der Nazi-Zeit die Horizonte über der flachen, weit gespannten Marschlandschaft des Binnendeltas der Wümme, vor allem aber das Bontjes-Haus in der Bredenau ein Inbegriff der Freiheit geworden – so erinnere ich sie bis heute.“

„Der stolze Satz „Ich habe nicht um mein Leben gebettelt“ steht in einem Kassiber, den sie – nach dem Todesurteil! – einem Freund geschickt hat. … [Der Leser] versteht die Entwicklung eines überaus lebensfrohen, kontaktfreudigen Menschen zum Mitglied des höchst riskanten Widerstandes. Und er erlebt – vielleicht zunächst fassungslos –, wie ein Mensch trotz der unmittelbar bevorstehenden Hinrichtung seine Würde bewahrt.“

Der Chefankläger des Reichskriegsgerichtes hat die Opfer nach dem Krieg dahin gehend denunziert, sie stünden den Interessen der USA entgegen. Ein Strafprozess gegen ihn ist nie in Gang gekommen.

http://www.zeit.de/2003/23/P-Cato

https://de.wikipedia.org/wiki/Cato_Bontjes_van_Beek

Helmut Schmidt als Kind (l.) im Jahr 1924 mit seinen Eltern und seinem Bruder Wolfgang (r.)
Helmut Schmidt als Kind (l.) im Jahr 1924 mit seinen Eltern und seinem Bruder Wolfgang (r.)
Cato Bontjes van Beek (Quelle: Wiki)
Cato Bontjes van Beek (Quelle: Wiki)
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